Göttliche Mutter
“om amba ananda rupa cha atma ahladiadayini
Apara karuna bhavam parambam nityam namamyagam“
Sri Mahendra
Aus der “haidakhandi sapta satt”
Om Mutter, Inbild des Segens und von unendlichem Mitgefühl
Du gibst der Seele höchste Freude.
Dir will ich mich für immer hingeben.
Bild oben: Göttliche Mutter in Munirajjis Tempel in Haldwani
In allen Kulturen wurde über Jahrtausende wurde das unfassbare, unbeschreibbare göttliche Sein in männlicher sowie weiblicher Form verehrt und dargestellt (Yin und Yang) als zwei sich ergänzende und vollendende Kräfte in harmonischem Gleichgewicht.
In den monotheistisch patriarchalischen Religionen ist die göttliche Mutter “verloren” gegangen und wurde zum Beispiel in der christlichen Dreieinigkeit durch den “heiligen Geist” ersetzt.
Zu allen Zeiten jedoch blieb das Gedenken an die auch weibliche Kraft des Göttlichen auch im westlichen Bewusstsein erhalten: z.B. in der Gestalt der Jungfrau / Gottesmutter Maria, die (nun zwar als Mensch)verehrt wird, oder sie erscheint “versteckt” z.B. in der geheimnisvollen Darstellung der Mutter im Isenheimer Altar, oder als Märchen und Sagengestalt wie z.B. der Frau Holle, eine germanische Göttin.
Mit der Betonung des weiblichen Gottesaspektes, der in der indischen Kultur immer gegenwärtig blieb, öffnet sich der Blick für uns westliche Menschen wieder neu auf die göttliche Mutter, welche die große wunderbare Kraft (SHAKTI) der Schöpfung repräsentiert, das dynamische Spiel der entstehenden und wieder sich auflösenden Formen, die alle nur erdenklichen Varianten des Seins in so atemberaubend schöner, unendlich phantasievoller Art in Gestalt kommen lässt und so Erfahrung erst ermöglicht.
Diese unendliche Kraft und die ihr innewohnende Schönheit zu bejahen und als göttliche Mutter zu verehren, bedeutet, in Allem, was entsteht und vergeht, die Kraft der göttlichen Energie wahrzunehmen und deshalb alles zu würdigen, es zu pflegen und zu hegen, was in dieser Zeit der akuten Gefährdung der Natur, der Menschheit, und des Planeten insgesamt besonders wichtig ist.
Die göttliche Mutter ist die Matrix der Schöpfung,
sowohl des äußeren Kosmos wie auch der inneren körperlich - psychisch - seelischen Welt der Menschen.
Die Schöpfung hat nicht vor langer Zeit begonnen und ist derzeit mehr oder weniger abgeschlossen, sondern sie ereignet sich
Jetzt
in unserem Inneren sowie im Äußeren
als MAHAMAYA, die große kosmische ILLUSION
In unserem Tempel findet sich neben der Murti von Babaji als dem höchsten Guru die Murti (Gestalt) der göttlichen Mutter, genannt Haidakhandeswari (s. Photo) der Mutter aus Haidakhan, Babajis Shakti und wir führen täglich zweimal Zeremonien für sie durch.


Bild oben: die Murti der Haidakhandeshwari neben der Babaji-Murti in Rieferath
Wir lesen auch die “Sapta Shati“, ein Gebet in 700 Versen, die der göttlichen Mutter von Haidakhan und ihren Eigenschaften gewidmet ist.
Desweiteren finden 2 x mal jährlich, im Frühling sowie im Herbst, die Novaratras (9 Nächte zu Ehren der göttlichen Mutter) statt. Während dieser Zeit finden tagsüber spezielle Pujas und Feuerrituale, Gebete und Singen statt und es wird “gefastet” (nur eine Mahlzeit am Tag und wenig Früchte). Diese “Nächte” dabei zu sein, ist ein großer Segen für den, der diese kleineren Anstrengungen auf sich nimmt.
Wir singen Lieder zu Ehren der göttlichen Mutter und auch unsere praktische Arbeit ist Ausdruck des Respekts vor der Natur und der Erde und damit der Mutter gewidmet.
In der indischen Mythologie wird die göttliche Mutter in so vielen Aspekten, mit so vielen Eigenschaften beschrieben, dass es hier nicht möglich ist, auch nur einen Überblick zu geben. Trotzdem soll sie in ihren wichtigsten bzw. bekanntesten Aspekten genannt werden:
Saraswati, die Shakti Brahmas, Schöpferin der Künste und der Musik
Lakschmi (oft Lakshmi in Anlehnung an die englische Aussprache, manchmal auch Laxmi) die Shakti Vishnus, Lebenserhalterin, steht für Fülle und Schönheit
Kali (die Schwarze) die Zerstörerin aller Formen